CILIA LGBTIQ+

Internationale Vergleichsstudie zu Ungleichheitserfahrungen im Lebensverlauf von LSBTIQ+ Personen

Finanziert durch

In einer einzigartigen Studie werden Forscher_innen aus vier europäischen Regionen die komplexen und multiplen Ungleichheitserfahrungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*, Inter* und Queer (LSBTIQ*) über die gesamte Lebensspanne untersuchen. Die ländervergleichende Studie knüpft dabei an drei "Übergänge" im Lebensverlauf an: Schule und Beruf (1), Erwerbsarbeitsphase vom mittleren Lebensalter bis zum Ruhestand (2) und den Auswirkungen auf die Lebensphase Alter (3). 
Gemeinsam mit den Kooperationspartner_innen sollen an der ASH Berlin aus einer intersektionalen Perspektive heraus Diskriminierungserfahrungen in nationalen und europäischen Kontexten untersucht werden. Die methodisch ambitionierte Studie wird sowohl die Gesetzgebung in der Europäischen Union und in den beteiligten Ländern studieren als auch qualitative und quantitative Daten erheben. Untersucht wird unter anderem, wie sich Faktoren wie die sexuelle und geschlechtliche Identität, Klasse, Staatsangehörigkeit und Migration in verschiedenen Kontexten und Lebensphasen überkreuzen und welche sozialen Konsequenzen diese mit sich bringen.
Es wird sich zeigen, wie Lebensverläufe von LSBTIQ+ durch Diskriminierungen beeinflusst werden und inwiefern beispielsweise Antidiskriminierungsgesetze tatsächlich Effekte in den jeweiligen Lebenslagen von LSBTIQ+ Personen nach sich ziehen. Die Ergebnisse der Studie sollen helfen, politische Handlungsansätze für eine Abmilderung sozialer Ungleichheiten zu konkretisieren. Sie sollen einen Beitrag für die Weiterentwicklung der Forschungsagenda in diesem Themenfeld leisten. Das Besondere an der Studie ist der Fokus auf mögliche Wendepunkte in den Lebensverläufen von LSBTIQ+ und der erstmalige Vergleich von Datensätzen aus mehreren europäischen Ländern. Damit können die komplexen Ungleichheitserfahrungen dieser heterogenen Bevölkerungsgruppe mit den jeweiligen Auswirkungen auf Lebensverläufe besser verstanden und entsprechende Bedarfe konkretisiert werden.

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Methode


In jedem der vier Länder werden fünf Arbeitspakete durchgeführt, um Daten aus bestehenden nationalen und internationalen Umfragen, neuen qualitativen Forschungen und Dokumenten zu Recht, Politik, Organisation und Praxis zu sammeln. Darüber hinaus werden Interviews mit LGBTIQ+ Menschen durchgeführt. Die gesammelten Daten werden auch zur Entwicklung eines multiagentenbasierten Simulationsmodells verwendet, um die theoretische Entwicklung in Bezug auf den intersektionellen LGBTIQ+-Lebensverlauf zu unterstützen und zukünftige Politik- und Forschungsagenden zu untersuchen. Die Ergebnisse werden Wissenschaftler*innen und relevanten Interessengruppen (z.B. Organisationen/Dienstleister*innen) durch Berichte, soziale Medien, Präsentationen und Wissensaustauschmaßnahmen zugänglich gemacht.